Marie Antonia Josepha Johanna von Habsburg-Lothringen, oder einfacher Marie Antoinette (Wien, 2. November 1755 – Paris, 16. Oktober 1793): Eine unglückliche Königin, die unschuldig guillotiniert wurde, oder ein Opfer der jakobinischen Revolutionswut? Fast zweieinhalb Jahrhunderte später spaltet diese Frage die Historiker noch immer. Die Königin von Frankreich war wahrscheinlich beides zugleich. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig, nicht zuletzt dank des Films, der ihre Figur neu zu bewerten versuchte: Marie Antoinette war auch eine Trendsetterin. Das Victoria and Albert Museum in London widmet ihr die Ausstellung „Marie Antoinette Style“ (20. September 2025 – 22. März 2026). Sie untersucht den Einfluss der modischsten Königin der Geschichte in den Bereichen Design, Mode, Kino, Kunst und Schmuck.

Die Königin war eine große Schmucksammlerin: Manche waren seltene persönliche Artefakte, andere tauchen noch heute bei Auktionen auf, wie beispielsweise im vergangenen Juni, als Christie’s einen seltenen, 10,38 Karat schweren, violett-pinken Drachendiamanten aus dem Besitz von Marie Antoinette zum Verkauf anbot und für 14 Millionen Dollar versteigerte.

Tobias Kormind, CEO von 77 Diamonds https://www.77diamonds.com/, erklärt: „Schmuck ist der unangefochtene Star dieser bedeutenden Ausstellung, die Kreativität und die Verbindungen zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich feiert. Dies ist die erste Ausstellung in Großbritannien, die ausschließlich Marie Antoinette gewidmet ist. Sie präsentiert außergewöhnlichen Schmuck und andere hochgeschätzte Objekte, die Frankreich noch nie zuvor verlassen haben. Darunter befindet sich ihr ikonischer Perlen- und Diamantanhänger, der am Vorabend der Französischen Revolution geschmuggelt und anschließend für die Rekordsumme von 36 Millionen Dollar verkauft wurde, sowie eine exakte Nachbildung der legendären Diamantkette von Boehmer und Bassange, die im Zentrum des Skandals stand, der zum Sturz der französischen Monarchie beitrug. Schmuck war im Laufe der Geschichte Ausdruck von Macht, Persönlichkeit und Politik, und die Geschichte von Marie Antoinette ist das eindrucksvollste Beispiel dafür.“

Zu den Höhepunkten der V&A-Ausstellung, die die Leidenschaft der Königin für Schmuck widerspiegelt, gehört eine Perlen- und Diamantkette, die 2018 für 36 Millionen Dollar verkauft wurde und einen Weltrekord darstellte. Die sogenannte Sutherland-Halskette enthielt vermutlich Diamanten aus der berüchtigten Diamantenhalsketten-Affäre (ein Skandal, der Marie Antoinettes Ruf irreparabel schädigte und zum Untergang der französischen Monarchie und der Französischen Revolution beitrug). Neben den Juwelen zeigt die Ausstellung auch viele Objekte aus Vergangenheit und Gegenwart, die mit der Königin in Verbindung stehen: Porträts, einen ihrer rosa Perlenpantoffeln, eine Stuhlgarnitur und eine Kristallflasche mit der Aufschrift „Eau de Cologne“.



