Im Schmuckmuseum ist der Bühnenschmuck ausgestellt, den Diven wie Maria Callas und Renata Tebaldi auf der Bühne trugen.
Nachdem Tosca Baron Scarpia getötet hat, nimmt sie ihm das Geleit ab und hält, bevor sie flieht, an, um ihren eigenen Schmuck einzusammeln und ein Kruzifix auf die Brust der Leiche zu legen. Doch Giacomo Puccinis Tosca ist nicht die einzige Oper, in der Schmuck eine Rolle spielt. Schon Richard Wagners Ring-Tetralogie war ein Beispiel dafür. Auch die Kostüme der Sängerinnen und Sänger – Diademe, Kronen und Bühnenkostümverzierungen – sind Teil der Operngeschichte. Diese Exponate sowie kostbare Stoffe und Originaldokumente aus dem letzten Jahrhundert sind bis zum 30. September 2026 im Schmuckmuseum in Vicenza zu sehen. Die Ausstellung trägt den Titel „Diven und Juwelen auf der Bühne. Eine Corbella für Renata Tebaldi, Maria Callas und die Interpretinnen und Interpreten der Oper“ und wurde von Paola Venturelli kuratiert.

Schmuckstücke, kurz gesagt, als Bühnenbegleiter von Diven. Das Schmuckmuseum zeigt Stücke, die mit einigen der berühmtesten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts in Verbindung stehen und von der Mailänder Firma Corbella gefertigt wurden. Das 1865 gegründete Unternehmen galt als erste Manufaktur für Theaterschmuck und -waffen und war über ein Jahrhundert lang der führende Hersteller dieser Art von Schmuck für die bedeutendsten Theater der Welt. Zu sehen ist der Schmuck, den Diven wie Rosetta Pampanini, Margherita Carosio, Margherita Cipolato Nicolai, Maria Caniglia, Giulietta Simionato, Renata Tebaldi und Maria Callas trugen. Es handelt sich nicht um Echtgold, sondern um Bühnenschmuck aus vergoldetem Metall, Filigran, Glaspaste, Strasssteinen und anderen Materialien.

Zu den faszinierendsten Stücken zählen Kreationen, die mit Aufführungen verbunden sind, welche die Geschichte des Belcanto geprägt haben: eine polychrome Halskette im ägyptischen Stil, einst im Besitz von Maria Callas, ein kostbares Diadem für Umberto Giordanos „Fedora“, der ungewöhnliche Kopfschmuck für Leila in „Die Perlenfischer“, ein juwelenbesetzter BH, der vielleicht von der exotischen Anmut Mata Haris inspiriert wurde, und Haarnadeln, die für Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ geschaffen wurden, entführen die Besucher in die Welt des Theaters und der Oper. Verbunden mit Giacomo Puccinis „Turandot“, die am 25. April 1926 an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde und deren hundertjähriges Jubiläum in diesem Jahr gefeiert wird, ist die auffällige Krone mit Tremblant-Elementen, die die Sopranistin Rosa Raisi bei dieser Gelegenheit trug und die zum Sinnbild von Puccinis Oper geworden ist.

Das Bühnenjuwel ist kein bloßes Ornament, sondern ein narratives Element, das mit der Künstlerin eins wird, ihre Bühnenpräsenz verstärkt und wesentlich zur Gestaltung der Identität der Figur beiträgt. Die Ausstellung präsentiert eine kleine Auswahl herausragender Kreationen, die zwar materiell nicht kostbar sind, aber einen tiefen Ausdrucks- und szenografischen Wert besitzen: Schmuckstücke, die mit Licht, Bewegung und Kostümen interagieren und den Besucher in die visionäre Welt von Melodram und Oper entführen, wo sie ihre ganze ästhetische und symbolische Kraft entfalten.
Paola Venturelli, Kuratorin der Ausstellung

Schmuckmuseum Vicenza
Dienstag bis Freitag 9:00–13:00 Uhr und 15:00–18:00 Uhr
Samstag und Sonntag 9:00–18:00 Uhr
